Reps, meine Siebenbürgische Wiege

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Titlu: Reps, meine Siebenbürgische Wiege. Blätter eines wiedergefundenen Tagebuchs
Schwarz & Weiss Ausgabe
Autor: Gerhard Puri
ISBN 978-630-334-198-9

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    Eine subtile Zeit der Erinnerungen: Gerhard Puri wählt in der vorliegenden Prosa eine Zeit, die in deutlicher Entfernung zur eigentlichen Zeit des Erlebens steht. Der stets lebendige Raum seiner inneren Projektion ist jene emblematische siebenbürgische Wiege, behütet von der Erhabenheit ihrer schützenden Burg. Für den Autor wird Reps, durch die magische Kraft der Literatur, zu einem Mittelpunkt der Welt — ein Ort der Aufbrüche und der Heimkehr. Ein Ort prägender Lebenserfahrungen, die die ersten beiden Nachkriegsjahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts durchwandern — Erfahrungen, die sich wie leise Strömungen durch die Zeit bewegen und den inneren Raum des Erzählers formen, während sie zugleich das Bild einer Welt bewahren, die im Rhythmus jener Jahre gewachsen ist. Indem er das wiederkehrende Thema der Kindheitserinnerungen aufgreift, mit der Seele in der Hand geschrieben, hält er in diesem Buch einige Schwellen des Übergangs und der inneren Wandlung fest, gefiltert durch die reinen Augen eines Kindes aus einer alten sächsischen Familie. In diesem von Lebendigkeit und Farbe getragenen Unterfangen werden sich gewiss die reiferen Generationen wiederfinden, und ich hege die Hoffnung, dass auch die Jüngeren hier jenen Fragen und Dilemmata begegnen, die einst ihre Vorfahren im Strudel der ihnen gegebenen Zeit bewegt haben. 

    Lucia Negoită, rumänische Schriftstellerin

     

    Ein Vermächtnis aus Präzision und Herzblut: Dr. Gerhard Puri ist mit diesem Werk ein glänzendes Zeitzeugnis gelungen. Mit der Akribie des Ingenieurs und großem literarischem Feingefühl, das einen intensiven Lyrismus der Unbefangenheit und der Freude am Leben sichtbar werden lässt, beschreibt er seine Kindheit und Jugend in der alten Hauptstadt des Repser Stuhls. Besonders eindrucksvoll ist, wie er die Familiengeschichte und das Schicksal eines ganzen Volkes sichtbar werden lässt – vom farbigen Alltag unter der Burg bis zu den bedrückenden Erfahrungen der Diktatur. Dank wunderbarer Fotografien und Dokumente erstehen die Kirchenburgen und die Weisheit unserer Vorfahren vor unseren Augen neu. Ein fesselndes Werk voller Nostalgie und historischer Tiefe, das man nicht mehr aus der Hand legt. 

    Pfarrer Danielis Mare, Zeiden

     

    Ein literarisches Talent. Gestern Abend habe ich das Buch bis zum Ende gelesen und lange danach noch wach gelegen, weil so vieles in mir nachgeklungen hat. Gerade der zweite Teil, in dem wir schon älter waren, hat mich sehr beeindruckt. Mit einer einfachen, klaren Sprache erzählst du, Gerhard, eindrucksvoll von unserem kleinen Volk und von uns Kindern, die in einer Welt aus Lügen und Angst groß wurden – einer Welt, die auf der einen Seite verzaubert und auf der anderen von der Furcht vor jedem überflüssigen Wort beherrscht war. Dieser Zwiespalt hat mich lange verfolgt, hartnäckig und lautlos – und nur mein Cello konnte mich aus dieser Dunkelheit herausheben. Das Buch ist eine berührende Schilderung einer Jugend in einer Diktatur: die tiefen, furchtbaren Verbiegungen in den Kinderseelen – und gleichzeitig dieses unverlierbare Gefühl von Geborgensein in der Welt der Kinder und der Familie. So klar und berührend habe ich selten etwas gelesen. Danke! 

    Götz Teutsch



    Über den Autor    

     

    Am Morgen des 9. Dezember 1941, in einem Bukarest, das unter entfesselten Schneestürmen lag und dessen Randviertel mit ihren alten Häusern fast im Weiß versanken, wurde in einer sächsischen Familie ein Junge geboren, dessen Gesicht von blauen, magnetischen Augen erhellt war. Sein Vater kämpfte damals an der Front, in den gefrorenen Weiten Russlands, vor den Toren der Krim. In dieser Zeit blieb das neugeborene Kind in der Obhut der Mutter und der mütterlichen Großeltern.

    Seine ersten Lebensjahre verbrachte er in Reps, einem kleinen Städtchen in Siebenbürgen, zwischen Kronstadt und Schäßburg, wo die Welt klein genug war, dass Kinderaugen sie umfassen konnten. Mit achtzehn Jahren ging er an die Universität – zuerst nach Craiova, dann nach Timișoara, dem Herzen des Banates. Im vierten Studienjahr gründete er zusammen mit Maria, einer Studentin der Agrarwissenschaften, seine Familie. Als junger Universitätsassistent widmete er sich der Forschung und erwarb 1974 den Titel eines Dr. Ing.

    In den Jahren 1990–1991 siedelte er mit seiner Frau Maria, den beiden Kindern Kristina und Werner, Schwiegersohn Marian und Schwiegertochter Mădălina in die Bundesrepublik Deutschland über – in das Land seiner fernen Ahnen.

    Dem Ruf seiner Ahnen folgend, entschied Gerhard Puri im Jahr 2019, nun in den Jahren reifer Vollendung, seinen Enkeln ein geistiges Vermächtnis zu hinterlassen – ein Werk, das sich zu einer weitgespannten, sorgfältig dokumentierten Chronik entwickelte, zugleich reich an literarischen Rückblicken. Die Bände stehen vor dem historischen Hintergrund jener mehr als 850 Jahre, seit denen seine sächsischen Vorfahren sich auf dem Boden Siebenbürgens niedergelassen haben. So entstand in den Jahren 2021–2024 die Trilogie „Das Land“. Dieses Buch ist ein Teil seiner Reise durch die Zeit, erhellt von den stillen Leuchtfeuern der Erinnerung.